Informationen zur Brandschutzvorsorge einer Photovoltaikanlage
Bei der Planung einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) sollte der Brandschutzvorsorge von Beginn an Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dieses Infoblatt gibt Ihnen einen Einblick in die Problematik um etwaige Bedenken auszuräumen. Sollten Sie weitere Fragen haben stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne persönlich zur Seite.
Stellt eine Photovoltaikanlage ein zusätzliches Brandrisiko dar?
Eine brandschutzgerecht geplante und installierte Photovoltaik(PV)-Anlage stellt unter normalen Umständen kein zusätzliches Brandrisiko dar. Wie bei jeder elektronischen Anlage kann es aber auch in PV-Anlagen zu Defekten kommen – die Gefahren sind jedoch überschaubar und lassen sich eindämmen.
Welche Richtlinien gelten bei der Planung und Installation von PV-Anlagen?
Bei der Planung und Installation einer PV-Anlage müssen zum einen die lokalen Brandschutzverordnungen erfüllt werden. Zum anderen sind in der VDI-Richtlinie 6012 Blatt 2 wesentliche Normen zusammengefasst, die es bei der Errichtung einer PV-Anlage zu beachten gilt. Neben technischen Richtlinien zum Bau der Anlage sind insbesondere Normen für eine brandsichere Elektroinstallation festgelegt.
Des Weiteren müssen gebäudespezifische Besonderheiten Beachtung finden, um eine individuell brandschutzsichere Anlage zu entwickeln.
Welche konstruktiven Maßnahmen werden ergriffen, damit sich ein möglicher Brand nicht im Gebäude ausbreitet?
Im Wesentlichen werden hierfür drei Maßnahmen ergriffen: Die elektrischen Leitungen werden in brandsicheren Schächten verlegt und durchdringen keine Wände. Alle Leitungen sind dabei zweiadrig und doppelt isoliert. Des Weiteren werden brandsichere Unterkonstruktionen und Montagesysteme verwendet, so dass ein Übergriff auf das Dach verhindert wird. Brandschottungen nach DIN 4102 verhindern zusätzlich die Übertragung eines Brandes auf andere Bereiche.
Wie vertragen sich PV-Anlagen und Blitzschutz?
Wie der Broschüre „Brandschutzgerechte Planung, Errichtung und Instandhaltung von PV-Anlagen“ zu entnehmen ist, erhöht eine PV-Anlage das Risiko eines Blitzfangs nicht. Existiert bereits ein Blitzschutzsystem kann die PV-Anlage in dieses integriert werden. Ist noch kein Blitzschutz vorhanden kann parallel zur Montage der Anlage ein neues System installiert werden. Auf privaten Dächern wird hingegen meist auf ein Blitzschutzsystem verzichtet. Die Installation einer PV-Anlage macht im Allgemeinen also kein neues System erforderlich.
Wodurch wird ein Überhitzen des Wechselrichters verhindert?
Seit dem Jahr 2006 ist am Wechselrichter ein DC-Freischalter nach DIN VDE 0100-712 verpflichtend. Dieser garantiert, dass der Wechselrichter im Falle einer Überhitzung von den PV-Modulen getrennt wird. Dadurch sinkt das Risiko einer sogenannten Lichtbogenbildung auf ein Minimum.
Wer garantiert und überprüft die korrekte Installation der PV-Anlage?
In Deutschland wird jede Anlage vor der Inbetriebnahme durch einen Elektrofachmann nach DIN VDE 0100-600 und DIN EN 62446 geprüft.
Behindert eine PV-Anlage einen Einsatz von Rettungskräften?
Ein Einsatz auf dem Dach muss Rettungskräften immer möglich sein. Um diesen in jedem Fall zu gewährleisten, wird bei der Planung einer Anlage auf ausreichende Abstände zu den Rändern, auf Revisionsgänge und auf freie Zugänge zum Dach geachtet.
Durch welche Maßnahmen werden Rettungskräfte in ihrem Einsatz unterstützt?
Jede PV-Anlage ist mit entsprechenden Aufklebern und Hinweisschildern zur Brandschutzvorsorge versehen. Zudem wird ein individueller Einsatzplan erstellt, der die Rettungskräfte in ihrem Einsatz unterstützt.
Sind brennende Module gesundheitsgefährdend?
Unsere Partner verwenden ausschließlich Module auf Siliziumbasis. Diese stellen auch im Fall eines Brandes kein Gesundheitsrisiko dar. Die in den Medien häufig skizzierten Gefahren durch giftige Dämpfe entstehen nur bei einigen wenigen Dünnschichtmodulen, nicht jedoch bei den überwiegend verwendeten kristallinen Siliziumzellen.
Wie oft wird eine Instandhaltung durchgeführt?
Da alle Komponenten einer PV-Anlage äußerst wartungsarm und langlebig sind, muss die Instandhaltung und Reinigung der elektronischen Komponenten in der Regel jährlich durchgeführt werden. So wird eine sichere Funktion garantiert. Des Weiteren empfehlen wir eine Fernüberwachung der Anlage über einen automatischen Datenlogger, durch den evtl. auftretende Störungen umgehend bemerkt werden können.